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Transparenz und Solidarität

Transparenz und Solidarität

Was hilft den kranken Menschen?

Welchen Kummer es bereitet, zurückzuhalten, wenn ich fähig bin zu geben, ist unfassbar. Daher ist es notwendig, offen zu sein, was ich wie und warum mache. So kann ich auch das Feedback anderer nutzen, um mich zu verbessern oder mir mehr Klarheit über meine Absichten zu gewinnen.

Geheimnisse auf Kosten der seelischen, körperlichen und physischen Gesundheit anderer zu haben, hat einen herben Beigeschmack.

Aus dem Vollen wird geschöpft und alle haben Fülle und niemand wird zurückgelassen.

Wer darin schon vollkommen ist, kann sich erfreuen. Ich lerne jeden Tag dazu und bin bereit, auf meine innere Stimme für die Liebe zu allem in immer größerem Maße zu hören.

Wie Handlungen aussehen, die diesen Erkenntnissen standhalten, obliegt uns allen nachzugehen.

Jede Bereitschaft, sich darauf einzulassen, ist schon an sich lohnend.

Solidarität bedeutet nicht nur, einander zu helfen, sondern in erster Linie die Wertschätzung für sich und andere.

Ohne diese ist innerer Frieden nicht möglich.

Es mag sein, dass ich nicht immer den richtigen Ton finde, aber das ist die Grundlage, aus der Taten folgen.

Wir haben die Verantwortung, einander zu helfen, weil wir nicht für uns alleine da sind, sondern für die Gedanken und Taten verantwortlich sind, die wir mit Absicht leben.

Es ist ein kleiner Schritt für jeden Einzelnen, etwas Hilfreiches füreinander zu tun.

Viele verlassen sich auf Strukturen einer Gesellschaft, die nicht mehr den einzelnen Menschen sieht, sondern in Zahlen und Fakten denkt.

Obwohl es so wirkt, als ob der Mensch und die Welt aus Zahlen und Fakten bestehen, ist es unmöglich, aus dieser Sicht heraus tatsächliche Hilfe zu organisieren.

An dieser Grenze stoßen alle Hilfsorganisationen sehr schnell.

Geben, um zu bekommen, hat noch nie jemanden glücklich gemacht, geschweige denn gesund.

Einen kranken Menschen mit einem kranken System zu helfen, führt nur zu mehr Krankheit.

Um einen Shift im Denken über die Versorgung kranker Menschen und deren Angehörigen zu erreichen, bedarf es einer tiefen Innenschau, aus der heraus Entscheidungen von Bedeutung fallen.

Wer auf die eigenen Bedürfnisse und Notwendigkeiten verzichtet, um zu einem Gewinn zu kommen, hat bereits den Sinn zu helfen vergessen.

Wer eine Krankheit und die Menschen, die darunter leiden, unter die Lupe nimmt, anstatt Menschlichkeit zu zeigen, wird scheitern.

All die Disziplinen der Versorgung von Menschen mit Hilfe, insbesondere die anerkannten medizinischen Disziplinen, können nur so weit helfen, wie die ihnen zu Grunde liegende Vorstellung davon, was es bedeutet, am Leben zu sein.

Achtung: Jedes Menschenbild birgt eigene Gefahren.

Daher wird in der Kultur- und Sozialanthropologie, in der Subdisziplin medizinische Anthropologie, eine Vielfalt von medizinischen Systemen erkannt.

Wer die Motivation des Menschen, vollkommen glücklich sein zu wollen, nutzt, um einander zu Geiseln beziehungsweise sich selbst [zu nehmen], kann und darf sich nicht wundern, wenn Elend sich ausbreitet.

Daher mein Appell: Gehe in dich und überlege, auf welcher Grundlage möchte ich mein Fundament bauen.

Auf Trennung oder Vereinigung.

Auf Ego oder Gesundheit.

Über die Autorin / den Autor

Wanako Oberhuber

Schwerpunkt: Medizinische Anthropologie. Wanako ist multidisziplinärer Forscher. Er betreibt einen Podcast und einen Youtubekanal.

Gesundheit im Kontext

Menschen, Systeme, Strukturen und ihre Folgen.

Gefördert durch die Wirtschaftsagentur Wien